USA Autofahren

  • USA Tipps - Autofahren
    Das Autofahren ist in den USA eine sehr entspannte Angelegenheit. Trotzdem gibt es ein paar Besonderheiten
  • 1. 4-way-Stop - und es funktioniert!

    Stellt Euch eine Kreuzung von zwei Straßen vor. Alle 4 Enden haben ein Stopschild. Wer zuerst kommt und steht, darf als erstes wieder fahren. Für Euch undenkbar? In den USA klappt das prima und ist sehr oft anzutreffen. Vor allem in Wohngebieten ist es oft zu sehen. Ich würde sowas gerne mal in Deutschland in einem Test sehen... oder besser doch nicht.
  • 2. Ampeln und rechts abbiegen

    Ganz wichtig für den europäischen Autofahrer ist der Hinweis darauf, dass die Ampeln in den USA entweder mitten über einer Kreuzung hängen oder hinter der Kreuzug. Also, nicht wie gewohnt bis zur Ampel vorfahren, dann ist es zu spät! Ein weitere wichtiger Hinweis: In den USA darf bei rot immer rechts abgebogen werden, wenn nicht ein Hinweis das verbietet! Das lernt man aber recht schnell, weil man immer so nett angehupt wird, wenn man auf einer Rechtsabiegerspur vor roten Ampeln stehen bleibt. Natürlich hat der von links kommende Verkehr Vorfahrt, aber sobald Platz ist darf man fahren. Auch auf Fußgänger sollte man dabei achten.
  • 3. Beschilderung - ja, eher spärlich.

    Erwartet bitte keinen Schilderwald wie in Deutschland, wenn ihr einen Highway oder Freeway sucht. Oft wird die Auffahrt zu einer Schnellstrasse nur von einem unscheinbaren Schild mit der Nummer und der Himmelsrichtung aufgestellt.
  • 4. Carpool-Lanes - die Rauten auf dem Highway

    Auf Autobahnen (Highways und Interstates) welche durch Städte oder Ballungszentren laufen findet man links oft ein oder zwei Spuren die mit einer Raute gekennzeichnet sind. Das sind die Carpool-Lanes und dürfen nur von Fahrzeugen befahren werden, wo mindestens zwei Leute drinnen sitzen. Das kann Euch wirklich mal eine Menge Zeit retten. Ich erinnere mich an eine Rush-Hour in Houston, wo wir auf dieser Fahrbahn lächelnd an 10 Meilen Stau vorbei gefahren sind. Oft haben diese Carpool-Lanes auch eigene Ausfahrten oder eigene Spuren in Autobahnkreuzen. Wenn nicht, dann solltet Ihr vor einer Abfahrt frühzeitig diese Lane verlassen und Euch nach rechts rüber arbeiten. Dies klappt aber in der Regel sehr gut. Wenn man zum Spurwechsel blinkt, dann lässt einen immer jemand rein - ein neues Gefühl. In einigen Städten ist die Benutzung der Carpool-Lanes auch zeitlich geregelt, das ist dann entsprechend ausgeschildert.
  • 5. Die rechte Fahrbahn als solches...

    Als artiger Deutscher ist man das ja gewohnt rechts zu fahren, wenn man langsam unterwegs ist (der war jetzt gut, oder?). Nun, anfangs habe ich das in den USA auch immer gemacht, gerade auf den Autobahnen in großen Städten wo man vielleicht ein wenig langsamer unterwegs ist. Nur, die rechte Spur mutiert gerade in Ballungszentren immer wieder mal zur Ausfahrt. Und plötzlich steht man mitten in einem Viertel wo man nun so gar nicht hin wollte. Daher, die ganze rechte Spur auf Stadtautobahnen meiden bis man wirklich abfahren will. Achso, ganz links ist auch doof, denn da kann das genau so passieren.
  • 6. Geschwindigkeitsbegrenzungen

    Vor unserem ersten USA-Urlaub haben wir mehrfach den Hinweis bekommen uns auf jeden Fall exakt an jede Geschwindigkeitsbeschränkung zu halten. Wir haben seinerzeit unser Auto in Miami am Airport in Empfang genommen und sind auf den ersten Highway gefahren. Da stand 65 Meilen - also bin ich 65 Meilen gefahren - und habe Angst bekommen. Ich kam mir vor wie ein kleines Kieselsteinchen in einem rauschenden Fluß. Links und rechts zog alles an uns vorbei - Motorräder, PKWs, LKWs, Batman, Donald Duck in seinem roten Auto... Wir haben uns inzwischen angewöhnt immer im Verkehr mit zu schwimmen. Wenn da 65 steht und alle anderen fahren 72, dann machen wir das auch. Wir haben so bereits viele Sherrifs passiert (und die stehen oft da) ohne auch nur einmal Ärger bekommen zu haben. Auf leeren Autobahnen fahren wir meist 5-6 Meilen schneller wie auf den Schildern steht. Auch hierbei rollen wir dann gut mit und man fährt oft über sehr lange Strecken dem Vordermann hinterher. Aber immer dran denken, nicht übertreiben - denn das kann richtig teuer werden! Wo man unbedingt aufpassen muss ist vor Schulen. Wenn dort die gelben Warnleuchten an sind und da 20 Meilen steht, dann fährt man auch nur die 20 Meilen oder besser nur 18!
  • 7. Rechts überholen - ja bitte!

    In den USA ist das rechts überholen erlaubt! Anfangs ist das ein wenig gewöhnungsbedürftig, gerade beim Spurwechsel. Man sollte da lieber zweimal in den Rückspiegel schauen. Wenn man sich aber dran gewöhnt hat, ist das eine feine Sache. Es gibt kein Drängeln, es gibt keine Lichthupe... alles rollt so vor sich hin und wenn einer langsamer ist dann wird der eben rechts oder links überholt und gut ist. Übrigens, auch LKWs überholen links und rechts, oft, schnell!
  • 8. Schulbusse - Obacht!

    Wenn ein Schulbus hält und anfängt zu blinken, dann ist Stop angesagt - und zwar in beiden Richtungen, absolut und ohne auch nur eine Ausnahme! Ich glaube, selbst eine USA-Film-Verfolgungsjagt würde an dieser Stelle anhalten! Schön ist das auf einer ländlichen, einsamen, einspurigen Straße... wo an jedem zehnten Strauch eine Familie mit Kindern wohnt. Hinter diesem Schulbus ist man bis in alle Ewigkeit gefangen!
  • 9. Tanken in den USA - ein Mysterium?

    Ja, das Tanken - erstmal die gute Nachricht. Es ist deutlich billiger wie bei uns in Deutschland. Die Preise an den Tankstellen sind immer in Gallonen angegeben (1 Gallone=3,79 Liter). Die Preise können an den Tankstellen massiv unterschiedlich sein. Daher immer ein Auge darauf haben. In den USA wird beim Tanken immer erst bezahlt und dann getankt. Immer! Normalerweise fährt man an die Zapfsäule, steckt seine Kreditkarte in die selbige, wählt "Creditcard" und tankt dann den Wagen voll oder die gewünschte Literzahl. Der Betrag wird dann einfach auf der Karte belastet. Soweit die Theorie, welche ab und zu auch genau so funktioniert. Leider fragen immer mehr Tankstellenautomaten nach dem ZIP-Code, also der Postleitzahl. Bei amerikanischen Kreditkarten ist diese gespeichert und gilt als zusätzliche Sicherung der Karte gegen Mißbrauch. Bei unseren deutschen Kreditkarten gibt es die nicht. Man kann nun versuchen einfach eine US-Postleitzahl einzugen. Ich nehme dafür immer 90210 (Beverly Hills - man gönnt sich ja sonst nix). Ab und zu funktioniert das dann auch. Wenn das nicht klappt, dann muss man in die Tankstelle gehen und dort seinen Betrag vorab bezahlen. Einfach eine Geldsumme oder eine Gallonenzahl nennen, in Verbindung mit der Zapfsäulennummer wo man tanken möchte und dann Bar oder mit der Karte bei dem Kassenmenschen bezahlen. Danach kann man dann an der Säule entsprechend tanken. Noch ein Tipp: An manchen Zapfsäulen muss man, nachdem man den Tankschlauch in den Wagen gesteckt hat, an der Säule noch einen Hebel nach oben legen, welche in der Mulde liegt wo der Zapfhahn rein kommt. Glaubt mir, ich habe schon wie doof da gestanden und mich gewundert warum da nix kommt, bis ein netter Einheimischer mir den Hebel nach oben gelegt hat - vermutlich aus Mitleid.

Stand: 14. September 2013

Thomas Jansen

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